MLP in Trier

Herzlich Willkommen in Ihrer Geschäftsstelle in Trier!

 

Auf den nachfolgenden Seiten stellt sich Ihr Berater-Team vor. Aber nicht nur die Menschen, die bei uns arbeiten, verdienen Beachtung, auch das Gebäude, in dem sich die Geschäftsstelle befindet, ist etwas besonderes:

 

Lage:

Zwischen dem Simeonstiftplatz und dem Pferdemarkt befindet sich die heutige Kutzbachstraße, die zu Ehren des ehemaligen Trierer Baurats und Stadtkonservators Friedrich Kutzbach 1943 diesen Namen erhielt. Folglich wurden die beiden Straßenteile zur Porta Nigra hin (Simeonstraße) und zum Pferdemarkt (Henkergässchen) vereinigt.

 

Zum Gebäude:

Die ehemalige Vogtburg mit über 900jähriger Baugeschichte zeigt Elemente aller Epochen und Stile, vom romanischen Bauschmuck des Wohnturms über Renaissancedekor bis hin zu einem Jugendstilfenster. Die Sozialgeschichte der Stadt, angefangen von den Ministerialitäten des Mittelalters über den Stiftsadel der frühen Neuzeit bis hin zur großbürgerlichen Kultur der Gründerzeit wird ablesbar.

Die Namensherkunft der Vogtburg ist umstritten. Lexikalisch ist ein Vogt eine Person die u.a. kirchliche Institutionen in "weltlichen Angelegenheiten" vertritt. Schließlich verdeutlichen die nachweisbaren Bewohner vor der Säkularisierung eher, dass das Gebäude die Rolle eines Kanonikerhauses oder einer Kurie innehatte. Heute nimmt man aufgrund der direkten topografischen Nähe zum Stiftsbering von St. Simeon an, dass beide Gebäude in enger Beziehung zueinander standen. Dafür spricht auch, dass die Burg auf den Steuerlisten von 1364 nicht erwähnt wird, da Stiftsgebäude und Immunitätsbereiche darin ausgeklammert waren. Im 16. Jahrhundert wurde das Gebäude als Wohnsitz prominenter Kanoniker genutzt die schon lange nicht mehr in Klausur lebten.

 

Mit Sicherheit ist es ein Ort politischer Entscheidungen, die der damalige Dechant von St. Simeon zu treffen hatte. Auch im 19. und 20. Jahrhundert nach der Säkularisierung der ehemaligen Stiftsbering wurde in den Räumlichkeiten der Vogtburg weiter Politik betrieben.

 

Nachdem die Pläne für den Bau des Verwaltungstrakts des "Cinemaxx" gescheitert waren, wird es seit 2003 als Büro- und Wohngebäude genutzt

 

Bestehend aus 4 Bereichen, die weitestgehend auch den einzelnen Bauphasen zugeordnet werden können, befindet sich vom Westen beginnend der romanische Kern der gesamten Anlage. Parallel positionieren sich ein Bauteil aus dem 12. und 13. Jahrhundert und schließlich ein Erweiterungsbau aus dem 14. Jahrhundert im Südosten, welcher dem Bauwerk einen burgähnlichen Charakter verleiht. Später folgen Treppenturm und 1888 die Aufstockung des romanisch-gotischen Baukörpers, bei der die gesamte Dachgeschosszone und die Fensterformen erneuert wurden. Im 19. Jahrhundert veränderte der Anbau des Nachbarhauses Nr. 15 erneut das Erscheinungsbild der Vogtburg nachhaltig.

 

Kennzeichnend für den Ursprungsteil sind bis heute die romanischen Drillingsarkaden in der Nordwand, eine spezifische trierische Form, die als feudale beziehungsweise staufische Würdeformel interpretiert werden kann. Mögliches Vorbild könnte dabei der so genannte "Alte Turm", der ehemalige Marienturm in Mettlach bei Trier gewesen sein.

Stilistisch betrachtet besteht eine große Ähnlichkeit zu den Arkadenreihen des Simeonstifts, die sich um 1140 datieren lassen. Eine ebenfalls vergleichbare Gestaltung erfuhr auch die Westseite des Trierer Doms in den flankierenden Treppentürmen.

 

Auch der bereits erwähnte polygonale Treppenturm fällt durch sein vertikal angeordnetes schmales Gurtgesims dem Betrachter ins Auge. Über dem geraden Türsturz des Eingangs befindet sich ein Wappenfeld mit einem stark profilierten Rahmen. Im Inneren des weißen Kalksteinfeldes ist neben zwei einander zugewandten Vögeln und einem Schild mit den Initialen H&F ein mehrfach darum geschwungenes Spruchbanner mit der erhaben gearbeiteten Inschrift: "Porta patens esto, nulli claudatur honesto" zu lesen, was dem benediktinischem Motto der Gastfreundschaft "Dies Tor soll jedem offenstehn, der ehrbar will durch selbes gehn!" entspricht. Dieser Spruch samt Wappen ist ebenso im Treppenturm des Innenhofs des roten Hauses (heute Spielzeugmuseum) am Hauptmarkt zu finden.

Die Vogtburg ist selbst vielen Trierern völlig unbekannt und damit sicher auch eines der meistunterschätzten Denkmäler der Trierer Geschichte.

Vielen Dank für Ihre Nachricht.
Die MLP-Geschäftsstelle Trier I wird sich in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen.